Der Inser-Macher: Thomas Hoschi Hostettler

Nun wollen wir es genau wissen und da frägt man niemand anderen als Thomas Hostettler, den meisten nur als Hoschi bekannt. Der passionierte Bootsfahrer und leidenschaftliche Lehrer gewährt uns einen Einblick in die ersten Minuten des HBC. Man spürt heute noch sein Herzblut für seinen Verein und er kann viele tolle Geschichten erzählen. Ein paar teilt er heute mit uns.

 

1. Wie geht es dir?

Es geht mir prächtig, die Sommerferien haben begonnen. Die schönste Jahreszeit ist für mich der Sommer: Schönes Wetter, blauer Himmel, hohe Temperaturen -  so kann ich draussen sein und meinen Hobbys nachgehen.

 

2. Wo hast du Handball gespielt und auf welcher Position?

1970 beim HC Gym Biel als 13-Jähriger. Dort trat ich den C-Junioren bei. Wir hatten drei Juniorenmannschaften in der C-Klasse, und ich schaffte es ins „Eins“. Ich war aber "ein Spränzu", deswegen musste ich leider als Rechtshänder am rechten Flügel spielen. Es war aber eine schöne und spannende Zeit. Bei Biel blieb ich bis zu den B-Junioren. Interessantes Detail: Ich hatte es geschafft, Ruedi Weber zum Handball zu bringen; einer der markantesten Handballer der Schweiz (79 Länderspiele/179 Tore/1980 Torschützenkönig NLA). 

 

3. Was waren deine Highlights als Spieler?

Sicher, dass ich als C-Junior beim HC Gym zusammen mit Ruedi Weber in der gleichen Mannschaft spielen durfte. Damals war der HC Gym Biel in der NLA.

Später dann spielte ich als Spielmacher auf Rückraum Mitte beim HBC Ins, ab der ersten Minute der Clubgeschichte, mit Start in der 4. Liga bis hin zum Aufstieg in die 2. Liga.

 

4. Wann begann dein Engagement beim HBC Ins?

Ich gründete den HBC Ins 1982. Ein halbes Jahr vor der offiziellen Gründung suchten mich ein paar „Giele“ im Sportunterricht auf und fragten mich, ob sie nicht Handball spielen könnten, denn sie hätten gehört, dass ich früher Handball gespielt habe. Ein halbes Jahr lang trainierte ich sie dann und organisierte einen ersten Testmatch. Daraus erwuchs der Wunsch, einen Handballclub zu gründen. Ich übernahm das Amt des Präsidenten und blieb in dieser Funktion während 15 Jahren.

 

5. Was waren deine Highlights mit dem HBC?

Ja, das würde schon ein Buch füllen, wenn ich das im Detail schildern würde. Wie gesagt, das schönste ist, von Null anzufangen. Unser erstes Trainingsspiel gegen Erlach verloren wir mit 16:40. In der folgenden Sommermeisterschaft gab es immer noch keinen Sieg zu bejubeln. Zum Glück stiessen dann im zweiten Vereinsjahr ein paar ehemalige Handballer aus der Bieler Handballszene zu uns. Dank ihnen konnten wir in der folgenden Wintermeisterschaft in unserem 15. Spiel endlich den ersten Sieg einfahren, den wir im Rössli gebührend feierten. Schon damals war das Rössli unsere Stammbeiz.

Ja, die Highlights. Etliche davon erlebte ich mit meinen Junioren. Mit ihnen konnte ich viele und grosse Erfolge feiern. Mit den C-Junioren der Jahrgänge 1978/1980 wurden wir Vizeschweizermeister in der Clubmeisterschaft! Lediglich Amicitia Zürich mussten wir uns im Final beugen. Den BSV Bern, Pfadi Winterthur und andere Grossclubs schalteten wir auf dem Weg in den Final aus.

Auch drei Schweizer Meistertitel in der Schulsportmeisterschaft konnten wir feiern. Dort war das spielerische Niveau natürlich weniger hoch als bei der Clubmeisterschaft. 

Bei den Aktiven bedeutete die 2. Liga Endstation. Es fehlte uns schlicht und einfach die nötige Klasse. 

Das Highlight nach meiner Aktivzeit war sicherlich der Aufstieg in die 1. Liga, darauf war ich sehr, sehr stolz, denn viele meiner ehemaligen Junioren, die ich vom Minialter bis hin zu den U15 trainiert hatte, realisierten diesen Clubhöhepunkt.

Eine Insidergeschichte: Im Moment spielen noch drei meiner ehemaligen Junioren in der ersten Mannschaft, das sind Nico, Sebi und Dömu. In der zweiten Mannschaft hat es noch ein paar, mit denen ich gespielt hatte. Zum Beispiel Martin Gutmann. Er spielte unter mir als Trainer in der U13 Mannschaft im Tor. Mit diesem Team durften wir einmal ein Vorspiel beim BSV Bern bestreiten. Nach dem Match gegen die BSV U13, der leider verloren ging, schauten wir uns alle das internationale Spiel des BSV gegen eine russische Mannschaft an. Wir sassen direkt hinter der Spielerbank der Russen, welche einen Riesen von einem Kreisläufer mit dem Namen Sakov in ihren Reihen hatten. Sakov war 2,10m bis 2,15m gross, und wir fanden heraus, dass er die Schuhgrösse 56 trug! Stellt euch einmal vor, was das für meine U13 Spieler bedeutete!

 

Eine zweite Insidergeschichte war sicher der legendäre Match der ersten Mannschaft gegen Biberist in Solothurn, als es um den Abstieg zurück in die 4. Liga ging. In diesem Match landeten drei unserer Spieler mit schweren Verletzungen im Spital von Solothurn: Stefan Bähler mit einem Sehnenriss im rechten Zeigefinger, ich selbst mit einem offenen Daumenbruch nach einem Sprungfallwurf vom rechten Flügel und Alain Maret mit einem Handgelenksbruch an seinem Wurfarm. Alain wurde von unserem damaligen Trainer Peter Ackermann professionell getapt und spielte noch die halbe zweite Halbzeit mit gebrochenem Handgelenk!

 

6. Was sagst du zur aktuellen Situation beim HBC Ins?

Im Detail bin ich nicht auf dem Laufenden. Ich bin aber stolz, dass der Verein immer noch auf den Beinen steht und sehr gut organisiert ist, so dass in den letzten fünf bis sechs Jahren grosse Erfolge mit der ersten Mannschaft gefeiert werden konnten. Der Aufstieg in die 1. Liga bezeichne ich sportlich als den absoluten Clubhöhepunkt. Klar hat der Spieleraderlass der ersten Mannschaft zugesetzt, und diese Saison haben wir den Ligaerhalt nur ganz knapp und  in Extremis geschafft, aber eben, wir spielen weiter 2. Liga!

 

7. Auf was sollte man deiner Meinung nach beim HBC in naher Zukunft sein Augenmerk richten?

Das Augenmerk ist zu ganz klar auf das Entscheidendste für jede Mannschaftssportart zu richten: auf die Nachwuchsförderung. Mit gezielter Juniorenförderung auf breiter Basis können immer wieder junge und talentierte Spieler in die erste Mannschaft nachrücken. Mir  ist bewusst, dass die Kosten für die Meisterschaft in den letzten 10 bis 15 Jahren extrem gestiegen sind. Die Sponsoren liegen nicht einfach auf der Strasse oder melden sich von sich aus, um den Club finanziell zu unterstützen. Es muss sehr viel dafür getan werden!  Deswegen kann ein so kleiner Verein niemals Spieler einkaufen oder Spielersaläre zahlen. Somit ist ein Engagement jedes Vereinsmitglieds auf breiter Front sehr wichtig, damit der HBC Ins auch in Zukunft schöne Erfolge feiern kann.

 

8. Das würdest du noch gerne sagen?

Ich freue mich, nächste Saison wieder als Zeitnehmer der ersten Mannschaft dabei sein zu dürfen. Ich habe nach wie vor sehr viel Herzblut für den HBC Ins und möchte den Draht zum Verein nicht verlieren. Es ist gut möglich, dass ich in ein paar Jahren wieder zurückkommen werde, um die Juniorenabteilung voranzubringen. Das ist ein Wunsch, den ich habe. Macht es gut. Viel Erfolg und viel Glück für die nächste Saison!

Hoschi

 

 

Lieber Hoschi

Vielen, lieben Dank für das Interview und den tiefen Einblick in einen Teil deines Lebenswerks. Es freut uns ganz arg zu hören, dass wir dich vielleicht wieder häufiger in der Rötschmatte begrüssen dürfen. nun wünschen wir dir einen tollen Sommer, auf dass du ihn in vollen Zügen geniessen kannst!

MERCI VIU MAU und auf viele weitere gemeinsame Jahre!

 

DEIN HBC INS 

Bildquellen: Thomas Hostettler